Nicaragua hat mich buchstäblich verzaubert. All die wundervollen Menschen, die ich kennen lernen durfte, sowie auch die Landschaft und Architektur, die mich immer wieder ins Staunen versetzt haben

San Juan del Sur

am 07.04.2017 machte ich mich im Nachtbus mit Transnica auf den Weg nach San Juan del Sur. Der Bus war super geräumig, schlafen konnte ich jedoch trotzdem nicht richtig. Als wir morgens an der Grenze ankamen, mussten wir uns um nichts kümmern, nur unseren Pass abgeben und neben dem Bus warten. Dieses Spiel spielten wir 2 mal (einmal auf der Seite Costa Ricas, danach Taschenkontrolle, die quasi nicht durchgeführt wurde und einmal auf Seiten Nicaraguas).

Kurz nach der Grenze wurde ich auch schon mit zwei anderen am Straßenrand raus gelassen und wir nahmen gemeinsam ein Taxi nach San Juan del Sur, was pro Person nur 100 Cordoba kostete (3,30€) für eine Fahrt von 20 Minuten.

Das Hostel, in das ich mich eigentlich eingebucht hatte, hatte leider meine Reservierung vergessen ins System einzutragen, sie hätten zwar ein Bett für die erste Nacht gehabt, dann hätte ich aber nochmal umziehen müssen. Also entschied ich mich gleich weiterzuschauen und fuhr mit dem Taxi in die Stadt, wo ich im Hostal Tadeos noch ein Bett fand.

Das Hostel war ein gemütlich und in Hand einer nicaraguanischen Familie, die morgens auch für einen Frühstück bereitete. Zu aller erst ging ich duschen, da Nicaragua doch schon um einiges heißer ist als Costa Rica.

Ich lernte meine super netten Roommates kennen, die mir sogleich hilfreiche Tipps für den kleinen Ort und die Umgebung gaben. Ich begann den Tag zu aller erst mit einem leckeren Frühstück im Simon Say´s und schlenderte danach etwas durch den Strandort. Abends ging ich mit meinen Roommates essen und einen Cocktail trinken, jedoch alles recht entspannt.

Beachparty am Playa Escameca

Am 08.04. fuhren wir dann 13Uhr mit einer Gruppe von ca. 30 jungen, schönen Menschen zu einem privaten Strandabschnitt am Strand Escameca, wo sonst niemand war. Die Wellen waren gut, also schnappte ich mir ein Board und stürzte mich ins Wasser – was ein schöner Strand. Essen und Getränke waren inklusive und so erlebten wir in ausgelassener Stimmung den spektakulären Sonnenuntergang und rundeten den Abend mit einem Lagerfeuer am Strand ab. Insgesamt ein sehr lustiger Tag, aber so ein ganzer Tag am Strand schlaucht auch, sodass ich zurück im Hostel nur noch ins Bett falle.

San Juan del Sur als Ort hat mir nicht unbedingt gefallen, es ist sehr touristisch, eine typische Surferstadt und es geht um ein Sehen und Gesehen werden. Auch die Preise sind sehr touristisch und eher an Costa Rica angepasst. Alles in allem war es trotzdem schön, weil ich so wunderbare Menschen kennen gelernt habe.

Isla Ometepe

Am 09.04. ging es weiter nach Ometepe, dazu bin ich morgens mit dem „Chickenbus“ (alte us-amerikanische Schulbusse) weiter nach Rivas gefahren und von Rivas mit einem Colectivo ( Taxi wo andere zu- und aussteigen, was dadurch viel günstiger ist als ein offizielles Taxi) zum Fährterminal in San Jorge gefahren.

Als ich gegen 10 Uhr in San Jorge ankam, dachte ich noch, perfekt dann schaffe ich die Fähre 10.30 noch. Aber zu früh gefreut, aufgrund de Semana Santa (Osterwoche) in der fast alle Urlaub haben und dazu noch an einem Sonntag, wo Fähre und Boote nicht so regelmäßig fahren wie unter der Woche, gestaltet sich das Unterfangen 10.30 als unmöglich.

Die nächste Fähre fuhr 12Uhr und die Tickets gab es erst ab 11Uhr, die Leute stellten sich jedoch schon 10.30 an, um sicher zu gehen, dass sie noch einen Platz bekommen. Ich ergatterte ein Ticket für die 12 Uhr Fähre und ca. 13:30 kam ich im Hostel auf Ometepe an.

Ich machte mich auf den Weg die Insel zu erkunden, bzw. zu aller erst einmal den kleinen Ort Moyogalpa. Da Sonntag ist, ist fast alles geschlossen und ich bin recht schnell um den kleinen Ort gelaufen. Als ich Richtung Strand laufen wollte, der ca. 1 Kilometer entfernt liegt, komme ich an einem Wohngebiet vorbei, in dem Kinder Fußball spielten und draußen gefeiert wurde. Die Stimmung schien gut. Als dann jedoch 3 sehr betrunkenen Männer auf mich zu kommen, merke ich, dass ich vielleicht wieder umdrehen sollte. Sie unterhielten sich sehr nett mit mir, kamen jedoch immer näher und auch die Witze wurden immer anzüglicher. Ich entschied also, dass es das Beste wäre mich freundlich zu verabschieden und ihnen noch eine schöne Feier zu wünschen und zu gehen.

Auf dem Rückweg zum Hostel wusste ich nicht so richtig was ich mit mir anfangen sollte. Ich fragte einen sympathisch wirkenden jungen Mann, der scheinbar Tours anbot die Insel zu erkunden, was man den so machen konnte auf Ometepe. Er erklärte mir alle Möglichkeiten und auch die verschiedenen Preise, die es gab, ohne dabei mir den Eindruck zu verleihen, dass er nur Dollar sehen würde. Da ich mir selbst nicht zutraute die Insel mit Roller zu erkunden und er einen sehr netten Eindruck machte, entschied ich mich, mit ihm den nächsten Tag eine Tour zu machen.

Als ich abends noch durch die Straßen schlenderte, wurde ich von zwei Mädels aus einer Bar heraus angelächelt, ich lächelte zurück und ging zuerst weiter. Drehte mich dann jedoch um und ging zurück. Sie luden mich ein mit ihnen ein Bier zu trinken und später saßen wir in großer Runde in der Hostelbar und tauschten Reisegeschichten aus.

Tour – Isla Ometepe

Am 10.04. morgens fuhren wir los. Unser erster Stopp war der Naturpool Ojo de Agua. Das Wasser ist ganz klar und super erfrischend. Ich traf dort fast alle Menschen wieder, die ich bisher in San Juan del Sur oder Ometepe kennen gelernt habe, es ist doch einfach eine kleine Insel. Gegen 13Uhr machten wir uns weiter Richtung Santo Domingo, einem sehr schönen Strand mit klarem Wasser, von dem aus man einen wundervollen Blick auf beide Vulkane hat.

Gegen Nachmittag bekam ich doch Hunger und wir entschieden uns gegen das Museum und fuhren stattdessen etwas essen, in einem Lokal, in dem eigentlich nur Nicaraguaner anzutreffen waren. ich habe bewusst die männliche Form gewählt, da fast nur Männer anzutreffen waren, bis auf die Bedienung. Die Männer waren alle schon gut angetrunken und Jonathan, mein Guide erklärte mir, dass dies wohl recht normal sei für die Semana Santa, die Menschen fangen morgens schon mit trinken an.

Irgendwie mochte ich das Ambiente, auch wenn es nach einer Stunde dann auch reichte, da auch hier die Witze immer anzüglicher wurden. Jonathan war super nett und entschuldigte sich , wobei ich es nicht so schlimm fand wie er, da ich ja auch nicht auf den Mund gefallen bin.

Wir fuhren am späten Nachmittag zum Punta María Jesus, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Obwohl es schon 16:30Uhr war, brannte die Sonne immer noch im Gesicht, sodass wir uns erst einmal ein Schattenplätzchen suchten und uns ein, zwei kühle Bier gönnten. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt und es kam mir schon lange nicht mehr vor, als wäre er mein Tourguide, sondern mehr als wären wir als Freunde einfach auf einen Ausflug gefahren.

Der Sonnenuntergang war wirklich der Wahnsinn, wunderschöne Farben und ein ganz fantastisches Ambiente. Als die Sonne schon eine Stunde untergegangen war, saßen wir immer noch da, tranken Bier und unterhielten uns. 20.30 traf ich mich im Indio Viejo mit Myrna (mein Roommate aus San Juan del Sur), einem deutschen Pärchen (auch aus San Juan del Sur), einer aus meinem Hostel und Jonatahan (meinem Tourguide). Es war ein so lustiger Abend und ich habe mich riesig gefreut Myrna wiederzusehen.

Granada

Am 11.04. ging es für mich weiter nach Granada. Zuerst mit der Fähre nach San Jorge, mit dem Bus weiter nach Rivas und weiter mit einem Bus nach Granada, wo ich gegen 13Uhr ankam. Granada kam mir noch etwas heißer vor als Ometepe. Nach etwas Suchen fand ich mein Hostel „Emilys“ ein sehr süßes Hostel, das auch von Locals betrieben wird.

Am Nachmittag machte ich eine Tour zum Vulkan Masaya, einem aktiven Vulkan, wo man die Lava brodeln sehen kann. Deshalb darf man auch nu 15 Minuten die Dämpfe einatmen, da es sonst zu gefährlich wird. Es war schon etwas besonderes, wobei es mir viel zu viele Menschen waren, die schubsten und drängelten.

Granada ist wunderschön und ja der Kolonialismus war eine absolute „Mierda“, die Bauten die zurückgeblieben sind, sind jedoch sehr schön. Abends lerne ich zwei Mädels im Hostel kennen, eine Argentinierin und eine Belgierin mit denen ich noch in einer Rockbar ein Bierchen trinken war.

Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Bus zur Laguna Apoyo. Mit mir stiegen drei Argentinier am Eingang der Lagune aus und sie fragten mich ob ich nicht Lust hätten mit ihnen gemeinsam zur Lagune zu gehen. Da der Bus weit und breit nicht zu sehen war und bei den Temperaturen 7-8 km laufen (bergauf- und ab) doch eine ganz schöne Herausforderung darstellt, entschieden wir uns per Anhalter zu fahren, was auch recht schnell funktionierte.

Die Lagune war traumhaft schön, das Wasser super angenehm zum Schwimmen und auch die Jungs als Gesellschaft sehr unterhaltend. Am Nachmittag fuhren wir auch per Anhalter zurück und schafften es sogar die ganze Strecke bis nach Granada mitgenommen zu werden. Ich lud die Jungs ein, abends mit uns feiern zu gehen.

19Uhr traf ich mich mit Moisés, einem Freund aus San José im Parque Central und wir machten uns auf die Suche nach einer Bar in der Calle Calzada (der Kneipenmeile Granadas). Später kamen noch weitere Freunde von ihm, sowie auch 3 tic@s, die ich im Hostel kennen gelernt habe. Es war eine sehr lustige Runde, mit der wir dann weiterzogen zum Tanzen. Später stießen noch die Argentinier hinzu und wir tanzten zu Salsa, Merengue, Pachata, naja und Reggaeton…

Am nächsten Morgen wachte ich recht verkatert auf und war froh, dass mein Shuttlebus erst 12 Uhr ging. Ich frühstückte im Café Sonrisa, einem sehr niedlichen Café, in dem nur taubstumme Menschen arbeiteten und alles mit Handzeichen und einfach einem Lächeln funktionierte. das Essen war wirklich gut und ich machte mich gestärkt auf den Weg nach León, die heißeste Stadt Nicaraguas.

León – Ich glaub ich bin verliebt

Am 13.04. kam ich gegen frühen Nachmittag in León, im Pachamama Hostel an. Einem super entspannten und sehr liebevoll aufgebauten Hostel an. Die Temperatur lag bei 38°C, sodass ich sobald ich aus der Dusche kam auch schon auch schon wieder anfing zu schwitzen.

Auch hier erkundete ich erst einmal die Stadt per Fuß, um mir einen Überblick zu verschaffen und binnen 30 Minuten, die ich so umher irrte, verliebte ich mich in die Stadt. Ich kann nicht genau erklären warum, aber es erwischte mich einfach. Die ganze Ausstrahlung dieser Stadt, zog mich in ihren Bann.

Ich saß ca. eine Stunde einfach vor der Kathedrale und beobachtete das Treiben auf dem großen Platz davor und ich hätte noch viele weitere Stunden dort verweilen können, wenn nicht der Hunger so langsam gekommen wäre. Abends ging ich mit Leuten aus dem Hostel zu einer Salsa Party, ich tanzte bis auch das letzte Stück meiner Kleidung völlig durchnässt war.

Am nächsten Tag 14Uhr wurde ich abgeholt von Volcano Days, zum Volcano Boarding. Ich war super nervös und je näher wir dem Vulkan kamen, desto nervöser wurde ich, weil der Vulkan aus der Nähe betrachtet doch sehr hoch und sehr steil in den Himmel ragte.

Nach den ersten Minuten Aufstieg legte sich die Nervosität so langsam, da ich völlig abgelenkt war von dem atemberaubenden Ausblick. Als wir nach ca. einer halben Stunde Aufstieg oben ankamen, machten wir noch einige Fotos und dann ging es los. Wir bekamen von unserem Tourguide letzte Instruktionen und dann ging es bergab, im wahrsten Sinne des Wortes und das auch noch super schnell.

Zu Beginn dachte ich noch ach wie entspannt, jedoch kam ein Punkt, an dem es so steil bergab ging, dass ich keine Möglichkeit mehr hatte zu bremsen, ohne ins Schlingern zu geraten. Also blieb mir nichts anderes übrig als die Beine parallel auf dem Boden zu halten und zu hoffen heil unten anzukommen, was ein Spaß. Nur ganz zum Schluss kullerte ich seitwärts nach unten,bis ich zum Stehen, bzw. liegen kam und sogleich wollte ich wieder hoch, um noch einmal runter zufahren.

Zurück in León bekamen wir Snacks und ein kühles Bier und unterhielten uns super nett mit den Mitarbeiter*innen der noch sehr jungen Touragentur. Mit mir auf der Tour waren zwei Kanadier, die so lustig waren, dass ich sie dazu einlud abends noch mit uns feiern zu gehen.

Gesagt,getan: zurück im Hostel versuchte ich erstmal den ganzen Lavastaub abzuduschen und fand kleine Steinchen an Stellen, wo ich absolut nicht mit ihnen gerechnet hätte. Zuerst ging ich mit den Mädels aus dem Hostel in eine Bar und später in einen richtig schönen Trash-club, die Kanadier kamen auch und es wurde ein super lustiger Abend. Der DJ spielte alles von Salsa über Cumbia, bis hin zu Techno, Trance, Hip Hop und Reggaeton wild durcheinander, was es umso unterhaltsamer machte.

Am 15.04. fuhr ich mit Amelie (aus dem Hostel) zum Strand, der ca. 40 Minuten mit dem Bus weg war. Jedoch hatten nicht nur wir diesen Plan, wodurch der Bus super voll war und es mich so unheimlich ärgerte, dass wir nur bevorzugt behandelt wurden, weil wir „Gringas“ sind. Wir wurden zu erst in den Bus gewunken und bevor ich realisierte was eigentlich in dem Moment passierte waren wir auch schon im Bus und ich ärgerte und schämte mich zugleich.

Der Strand war völlig überfüllt, der Sand super heiß und auch die Wellen luden nicht zum Baden ein, wenn man seinen Bikini anbehalten wollte. Wir sprangen kurz ins Wasser, entspannten und im Schatten, tranken einen Smoothie und ein Blick reichte und wir waren uns einig, dass es auch schon wieder reichte. Abends im Hostel gab es selbstgemachte Burger und wir saßen noch sehr entspannt zusammen.

Am nächsten Morgen holte mich der Shuttle auch schon gegen 8.45Uhr ab, um mich nach Managua, zum Busterminal von Transnica zu bringen, wo mein Bus 13 Uhr direkt nach San José fuhr. Diesmal ging es super schnell an der Grenze und ich schaffte es grad noch ein paar Mitbringsel einzukaufen.

Nicaragua für mich war eine wundervolle Erfahrung. Ich habe sehr interessante Menschen kennen gelernt, von ihnen etwas über ihre Kultur und Geschichte, sowie auch über Nicaragua gelernt, Freundschaften geschlossen, von denen ich weiß, dass die Türen offen stehen, falls ich wieder kommen sollte und nach dieser Reise verstehe ich noch weniger als zuvor schon, wieso viele Costa Ricaner*innen solche Vorurteile und ein solch schlechtes Bild von Nicaraguaner*innen haben.

Auch mir ist es passiert, dass sie dachten sie könnten mehr Geld verlangen, weil ich weiß bin, aber da ich auch wundervolle Menschen getroffen habe, die mir ehrliche Preise nannten, konnte ich so ganz anders in die Verhandlungen gehen und meistens funktionierte es auch und sie sagten widerwillig ok. Mir machte genau dieses Verhandeln Spaß, wobei natürlich die Sprache ein großer Vorteil ist, da man so nicht mehr ganz so touristisch gesehen wird. Ich habe die freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen in Nicaragua kennen gelernt und für mich ist es ein Ort, an den ich auf jeden Fall zurückkehren möchte eines Tages.

 

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