Im zweiten Teil der Reise erkundeten wir gemeinsam die wunderschöne Pazifikküste Costa Ricas, erklommen die Vulkane rund um Cartago, entspannten uns in der Karibik und tranken jede Menge „Chiliguaro“.

Matapalo – Land mehr, Sand mehr, nix mehr

Am 04.03. kamen wir gegen Nachmittag in Matapalo an und lernten unsere super netten Gastgeber kennen. Da in der Lodge kein Zimmer mehr frei war, wurden wir bei ihnen in den Gästezimmern einquartiert, umso besser, so waren wir noch näher am Strand.

Am nächsten Tagen fuhren wir mit Peter nach Hatillo zu einem kleinen, aber sehr erfrischenden Wasserfall. Nach der ersten Abkühlung, die bei den Temperaturen auch mehr als angebracht war, fuhren wir weiter zu einem Fluss mit natürlicher Rutsche. Alle waren völlig begeistert und es ist zu bestätigen, dass Mensch wohl nie zu alt wird für solch Spielereien.

Oberhalb des Flusses befanden sich die Thermalquellen Hatillos, welche mit 38, 34 und 28°C aufwarten. Als unsere Haut schon ganz schrumplig war, verließen wir die Quellen und gönnten uns ein super leckeres und günstiges Mittagessen (Casado) direkt am Eingang der Quellen. Es war ein Familienbetrieb, indem die ganze Familie kochte. Die Atmosphäre war einfach super familiär und wir fühlten uns sofort wohl. Darüber hinaus waren die Speisen ganz fantastisch gewürzt und die Preise mehr als in Ordnung für costaricanische Verhältnisse.

Valle Orosí & Cartago

Von der Hitze fuhren wir nun in die Kälte. Cartago ist die kälteste Region Costa Ricas und das bemerkten wir auch schnell selbst an unserer Kleiderauswahl. Die Shorts und Tops konnten wir erstmal im Koffer lassen und abends brauchte man schon eine lange Hose und am besten eine Jacke.

Die Unterkunft war sehr schön im Orosi Tal gelegen und von dort aus konnten wir ganz fabelhaft zum Vulkan Irazú fahren, der wirklich sehr an eine Mondlandschaft erinnert. Danach befuhren wir die 30 Kilometer Touristenroute rund um das Orosi Tal. Wir passierten den Mirador Ujarra, die Hängebrücke, den Mirador Orosi, an dem ich lustigerweise zwei deutsche Freiwillige traf. Abends aßen wir super lecker in einem kleinen Fischrestaurant, das ehemals eine Garage war. Eher karg eingerichtet fühlten wir uns trotzdem sehr willkommen.

Rastafari – willkommen in der Karibik

Unser vorletzter Stopp führte uns nach Cahuita, ein kleines verschlafenes Dörfchen, dem man ansieht, dass es seine Hochphase des Tourismus vor circa 30 Jahren hatte. So konnten wir noch einige Alt-Hippies beobachten, die wahrscheinlich vor 30 Jahren gekommen und einfach hier geblieben sind. Der Ort verfügt über eine Hauptstraße und ansonsten ist es von Strand und Meer umgeben. Auch Cahuita lässt der Klimawandel nicht kalt, was man am – laut Einheimischen – stark angestiegenem Meeresspiegel bemerken kann.

Sie scheinen recht zu haben damit, denn auch auf alten Fotos, die wir finden, ist zu erkennen, dass es vor einigen Jahren noch deutlich mehr Strand gegeben haben muss.

Das Treehouse, in dem wir untergebracht waren, war zwar schön anzusehen, aber super unpraktisch und die Matratzen und alles was nur ansatzweise mit Stoff überzogen war, roch modrig. Darüber hinaus hielten wir uns so gut wie nicht im Haus auf, wodurch wir uns diese Ausgaben durchaus hätten sparen können.

Cahuita Nationalpark

Auch im Nationalpark bemerkte man den gestiegenen Meeresspiegel, ab mittags musste man aufpassen, dass man keine nassen Füße bekam. Die Wanderung durch den Nationalpark war schön, wenn auch sehr heiß. Wir entdeckten viele Tiere, darunter Affen, die ganz schön frech waren, Schmetterlinge und sogar eine kleine Schlange. Am Nachmittag gönnten wir uns deshalb eine Abkühlung am Punta Uva, einem der schönsten Strände Costa Ricas.

Puerto Viejo – Wasserfall und Strand

Am nächsten Morgen fuhren wir zu meinem absoluten Lieblingscafé nach Puerto Café Rico, und wie sich an den Gesichtern erkennen ließ, hatte ich nicht zu viel versprochen. Kaffee und Frühstück waren wie immer super und der Service und die Atmosphäre sowieso. Der Besitzer, ein älterer Engländer, mit wunderbarem Akzent, gab uns den Tipp gleich nachdem Frühstück zu einem Wasserfall in der Nähe zu fahren. Gesagt, getan machten wir uns auf den Weg und auf dem Weg Richtung Bribri parkten wir das Auto am Straßenrand, um zu Fuß zum Wasserfall zu gelangen.

Das war mit Abstand einer der besten Tipps, die wir hätten bekommen können. Wir hatten den Wasserfall für knappe 2 Stunden fast ganz für uns allein. Das Wasser war schön kühl und klar. Als es sich um die Mittagszeit füllte, machten wir uns auf dem Weg zum Strand, wo wir 3 Faultiere auf einmal bestaunen konnten (Und nein ich rede nicht von schlafenden Menschen)

Zurück an unserem „Strand“ in Cahuita konnten wir das bunte und sehr skurril zusammengewürfelte Publikum von Einheimischen und Zugezogenen beobachten. Nach dem ersten Cocktail, der fast nur aus Alkohol bestand, wurde das Publikum auch immer witziger.

Ziplining

An unserem letzten Tag an der Karibikküste stürzten wir uns todesmutig in die Tiefen und schwangen uns wie Tarzan und Jane an Lianen durch die Lüfte…

Naja gut vielleicht nicht ganz so grazil und vielleicht auch etwas weniger spektakulär, jedoch trotzdem mit super viel Spaß verbunden gleiteten wir durch die Lüfte, befestigt an einem Drahtseil.

Das Bremsen stellte eine Kunst in sich dar, in der ich nicht sonderlich begabt war. Daher gab ich es irgendwann auf, irgendwie wurde ich immer aufgefangen. Unsere Guides waren super und der Ausflug ein voller Erfolg und sein Geld mehr als wert.

San José  & Vulkan Póas

Am 13.03. war es soweit. wir begaben uns auf den Weg nach San José, wobei wir einen Umweg über den Vulkan Póas machten, der für mich persönlich, der schönste Costa Ricas ist.

zuerst sah es so aus als hätten wir kein Glück mit dem Wetter, aber nach einem Spaziergang und etwas Wartezeit, verzogen sich die Wolken zumindest soweit, dass man den Krater sehen konnte.

Auf dem Weg nach San José überkam uns der Hunger und aus strategischen Gründen, war es ratsamer sich lieber etwas außerhalb San José’s zu suchen, da der Stadtverkehr um die Uhrzeit gnadenlos war.

Wir hielten an einer Soda, die von außen als solche kaum zu erkennen war. Wir gingen hinein und waren völlig begeistert. Wir hätten im Leben nicht mit solch einem schönen Gastraum gerechnet. Der Wirt war super nett und brachte uns landestypische Köstlichkeiten aufs Haus, damit wir sie mal probieren könnten. Das Essen war hervorragend und die Preise super günstig. Wobei der Erdbeermilchshake das absolute Highlight war.

Am späten Nachmittag kamen Flodders dann auch in den Genuss des wunderbaren Feierabend Verkehrs San Josés, wir brauchten noch einmal 2 Stunden zu unserer Unterkunft.

Gastfreundschaft auf Costa Ricanisch – Wenn zwei Welten sich treffen

14 Uhr des nächsten Tages waren wir bei meiner Gastfamilie eingeladen. Wir kamen natürlich nach deutscher Pünktlichkeit in Guadalupe an und sie öffneten uns freudestrahlend die Tür. Auch wenn sie sich nicht über Sprache im konventionellen Sinne verständigen konnten, so schien es doch eine ganz wundervolle Kommunikation und Verbindung zu geben.

Nach wenigen Stunden vergaß ich, dass sie sich doch alle erst so kurz kannten. Für mich war es die Verbindung meiner Familien, aus Deutschland und Costa Rica. Es gab wie immer viiiiiel zu viel zu essen und auch das Tanzbein wurde geschwungen. Es wurde sich gegenseitig, Salsa und Disco Fox erklärt und Sprache spielte auf einmal keine Rolle mehr.

Als mein Gastpapa Juan dann einen Toast auf diesen Tag ausbrachte, kullerte mir schon das ein oder andere Tränchen die Wangen herunter, Freudentränen, weil ich das Glück habe, zwei so wundervolle Familien in meinem Leben zu wissen. Wie ähnlich sie sich doch auch irgendwie sind, der gleiche Humor, nur in einer anderen Sprache.Gegen 23Uhr, nach Unmengen an Essen bestand mein Gastpapa unbedingt darauf uns zum Hotel zu fahren, wo wir nur noch völlig platt ins Bett fielen.

Abschied nehmen

Am letzten Tag führte ich Flodders noch durch San José, führte sie über den Mercado Central, zum Theater Nacional, hin zum Artesanalen Markt, bis wir mit dem Bus zu mir ins Büro fuhren, wo leider gar nicht so viele Menschen anzutreffen waren.

Markus, mein lieber Kollege, machte uns dann einen Kaffee und ich zeigte ihnen die Räumlichkeiten, wobei sie sich weigerten etwas ins Mikro zu sprechen. Nachmittags liefen wir zu meiner Wohnung und abends gingen wir in mein Lieblingsrestaurant Neshuma, wo ich dann doch etwas traurig wurde, dass die Zeit schon wieder rum war.

Es waren unheimlich schöne und sehr kurzweilige drei Wochen und ich bin froh, dass meine Eltern so einen kleinen Einblick in mein Leben vor Ort erhalten konnten. Wenn ich jetzt sage, dass ich gerade von meiner Wohnung zum Neshuma laufe, dann können sie sich vorstellen wo ich gerade bin. Ich bin unheimlich begeistert wie sehr sie sich bemüht haben auf Spanisch zu bestellen und wie offen sie an alle Speisen, Getränke, Tänze und die Kultur im Allgemeinen herangegangen sind.

Vielen Dank für diese wundervolle Zeit, ihr Herzmenschen

 

 

 

 

 

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