Am 24.2. war es soweit: Ich begab mich 5 Uhr morgens, noch völlig verschlafen auf den Weg zum Flughafen, um meine Eltern und Mirko und Kathrin in Empfang zu nehmen. Aufgrund der frühen Morgenstunde, realisierte ich erst langsam weshalb ich eigentlich am Flughafen war. Und plötzlich waren sie da….

Es fühlte sich total unrealistisch an und doch super schön. Ich freute mich wahnsinnig auf die kommenden Wochen mit ihnen.

Auf dem Weg nach San Carlos stoppten wir in einer Soda und sie bekamen ihr erstes traditionelles costaricanisches Frühstück: Gallo Pinto mit Ei und Maduros, sowie Fleisch und Tamales. So konnten sie gleich vieles probieren. In San Carlos angekommen erkundeten wir zu aller erst die Umgebung des Treehouses, abends bestellten wir uns Pizza und ließen den Abend sehr entspannt ausklingen.

Kochen auf Costa Ricanisch

Am nächsten Morgen wurden wir 11.15 Uhr abgeholt und zu einer costa ricanischen Familie im Umland San Carlos gefahren, um einmal zu sehen wie ein Leben auf dem Land aussehen kann und wie und was gekocht wird.

Wir betreten ein einfaches Landhaus, wo im hinteren Teil des Hauses noch über dem Feuer das Essen zubereitet wird. Heutzutage kommt es noch zu Familienfeiern und wenn viele Besucher*innen da sind zum Einsatz, für zwei Personen lohnt es sich normalerweise nicht. Wir werden zuerst verköstigt und erfahren einige Dinge über die Familiengeschichte.

Nachdem Essen werden wir mit in den Garten genommen und uns werden die verschiedensten Früchte gezeigt, erklärt und natürlich werden sie auch probiert. Guanabana und auch Sternfrucht finden großen Anklang.

Nachdem Rundgang werden wir in die Zubereitung von „Picadillo de Papaya“ mit eingebunden. Zu aller erst müssen grüne Papayas geerntet werden. Diese werden geschält und durch einen Fleischwolf gedreht. Zusammen mit Gewürzen gekocht und zum krönenden Abschluss in der Waschmaschine geschleudert, damit der Großteil des Wassers entweichen kann. Danach wird die Papayamasse mit Koriander, Achiote-Paste und anderen Gewürzen zusammen angebraten. Je nach Gusto kann man noch Fleisch oder Kartoffeln hinzufügen. Dazu haben wir noch Maistortillas selbst hergestellt, die jedoch bei allen nicht der Renner waren.

Es ist Wahnsinn was für Temperaturen beim Kochen herrschen, sodass wir uns völlig durchnässt wieder an den Tisch begeben, um die selbstzubereiteten Sachen zu probieren. Alles in allem war es ein sehr schöner Tag mit der Familie. Wir wurden sehr herzlich empfangen und haben viel erfahren, wobei das ganze Übersetzen mich auch echt müde gemacht hat.

 

Rio Celeste

Am nächsten Tag ging es recht früh los zum Rio Celeste, unser Guide erklärt uns viel über die Natur, sowie über Naturschutz während wir uns auf die schöne Wanderung zum Rio Celeste begeben, der seinen Namen aufgrund seiner Farbe trägt. Durch Reflexion und eine chemische Verbindung, wird verursacht, dass der Fluss so türkisblau aussieht. Nach der 3 stündigen Wanderung gib es Mittagessen in einer sehr leckeren Soda vor dem Nationalpark und Flodders bekommen ihr erstes Casado, das allen sehr gut schmeckt. Auf dem Rückweg halten wir noch an einem Flussabschnitt, in dem wir uns abkühlen können. Das tat wirklich gut, nachdem wir so viel geschwitzt haben auf der Wanderung und alles einfach nur klebte – die Abkühlung war also mehr als willkommen.

Abends haben wir noch an der Nachtwanderung bei uns auf dem Gelände teilgenommen, bei der wir so viele verschiedene Frösche und Insekten gesehen haben – der Wahnsinn. Zum großen Teil gilt der Dank – für die vielen Tiere, die so klein waren, dass man sie nur schwer finden konnte – meiner Mama, die aufgrund ihrer Angst vor Schlangen, mit Adleraugen jeden dunklen Winkel des Waldes ausspähte. Selbst ein Faultier war zu finden, wobei man sagen muss, dass meine Familie nach den drei Wochen Costa Rica schon sehr verwöhnt war was Faultiere angeht und es irgendwann gar nicht mehr so besonders erschien, wenn doch auch immer wieder schön.

Am nächsten Morgen trennten sich erstmal wieder unsere Wege, weil ich dachte, dass ich wieder arbeiten müsste. Also fuhr ich nachdem Frühstück wieder mit dem Bus nach San José und sie setzten ihre Tour zum Vulkan Arenal fort.

Positive Überraschungen

Als ich am nächsten Morgen ins Büro schlenderte waren die ersten Worte meiner Chefin (wortwörtlich übersetzt): „Was machst du hier und wieso bist du nicht bei deinen Eltern?“ Ich war völlig perplex, weil ich dachte, dass ich kaum noch Urlaubstage zur Verfügung habe. Laut meiner Chefin war dem aber nicht so und sie schickte mich sofort bis zum Abflug meiner Eltern in den Urlaub, da es schließlich auch „ziemlich gefährlich für sie sei, so alleine, ohne Spanischkenntnisse durch den costaricanischen Dschungel zu spazieren. Ich musste leicht schmunzeln, nahm aber ihre Aufforderung morgen mit dem nächstmöglichen Bus nach Tamarindo zu fahren liebendgern an.

Gesagt getan – Auf nach Tamarindo

Am nächsten Morgen nahm ich den Bus um 7Uhr nach Tamarindo, die Fahrt dauerte ca. 5h 30min und als ich um die Mittagszeit ankam erwartete mich strahlender Sonnenschein und jede Menge Hitze, wie schön:) Kurz nach mir trafen auch Flodders in Tamarindo ein und wir fuhren erstmal zur Bahia de Piratas unsere Unterkunft erkunden.

Die Bahia de Piratas liegt abseits vom Trubel Tamarindos und auf dem Weg zu unserer Unterkunft begeben wir uns weg von Asphaltstraßen und belebten Hotels. Wir passieren viele Ruinen, leerstehende, ehemalige Hotels und unzählige „Se vende“ Schilder. Auch unser Airbnb befindet sich in einem ehemaligen Bungalowkomplex, der vor 10 Jahren noch als Luxushotel ausgeschrieben war.

Auch die Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten sind eingeschränkt bzw. nicht vorhanden, alles wirkte etwas eingeschlafen und eingefallen. Unser Haus verfügte aber über eine gut ausgestattete Küche, saubere Zimmer und das absolute Highlight: Ein Ausblick zum Sonnenuntergang auf das offene Meer, der unbezahlbar ist.

Am Morgen fuhren wir los die Strände erkunden, Playa Granda, Playa Avellana (mein Favorit), sowie ein kurzer Stopp am Playa Negra. Nachmittags in Tamarindo habe ich mir ein Surfboard ausgeliehen und mich in die Wellen gestürzt. Durch die Unterströmung war es gut anstrengend rauszupaddeln, aber für ein paar kleine Wellen hat es doch gereicht.

Abends saßen wir bei uns am Strand, fast allein, nur eine Tico Familie, die aus einer Kühlbox Kleinigkeiten verkaufte war noch da. Also beschlossen wir kurzer Hand am Strand zu dinieren. Eins der absoluten Highlights des Trips: auf einfachen Hockern am Strand mit Mojito, Ceviche und Grillspießen – so simpel und dadurch so schön.

Tamarindo zusammengefasst bestand also aus jeder Menge Wasser, Surfen, Essen und leckeren Cocktails.

Die Fortsetzung der Reise folgt im nächsten Blogeintrag, ich dachte nur es wird euch sonst zu langweilig😉 ….es folgen viel Wasser und gutes Essen in Matapalo, grüne Berge in Cartago und jede Menge Action und guter Café an der Karibikküste, sowie der krönende Abschluss in San José, der eine wichtige Erkenntnis brachte: Sprachliches Verständnis entscheidet nicht über gegenseitige Sympathie😊

 

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