Im folgenden Beitrag werde ich über den zweiten Teil meiner Panamareise berichten. Die Highlights des zweiten Teils waren: der Aufstieg zum Vulkan Barú und des atemberaubenden Sonnenaufgangs, der am Gipfel auf uns wartete, sowie meine wundervolle Familia panameña…

Boquete & Vulkan Barú

Am 02.01. nahm ich 9Uhr morgens den Bus nach David. Ich bekam einen Platz oben im Bus, ganz vorn, sodass ich die Aussicht genießen konnte. Neben mir saß ein Berliner und auf der anderen Seite zwei Mädels aus Australien. Uns wurden scheinbar die Touri-Plätze zugewiesen.

Die Fahrt dauerte ca. 6 1/2 Stunden war aber sehr entspannt und ich unterhielt ein sehr nettes Gespräch mit meinem Sitznachbarn, der auch auf dem Weg nach Boquete war. In David angekommen fanden wir auch sehr schnell den Bus, der uns in ca. 30-45 Minuten nach Boquete befördern würde.

Dieser Bus war im Gegensatz zu dem gut klimatisierten Reisebus, in dem wir vorher saßen, einige Grad Celsius wärmer. Jeder freie Platz wurde effizient genutzt, wodurch die Fahrt sehr gemütlich wurde. Nach und nach wechselte die Landschaft und es traten grüne Hügel und Berge auf den Plan.

Nach ca. 40 Minuten kam ich im Stadtzentrum von Boquete an. Beim Aussteigen wurde mir bewusst, dass das Klima frischer war und es leicht nieselte. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich für den Aufstieg zum Vulkan, den ich vorhatte gar nicht vorbereitet war. Ich hatte ja noch nicht mal eine Regenjacke im Gepäck.

Weniger aus Vernunft und mehr aus Fashion Interesse betrat ich den Second Hand Laden vor Ort, in dem ein wunderschöner Retro-Mantel in Petrol aus den 80ern hing, für nur 20$. Ich begutachtete ihn voller Enthusiasmus, bis meine Vernunft wieder einsetzte und mir ins Gewissen rief, dass ich eine solche Anschaffung in keiner möglichen Weise gerade gebrauchen konnte. Er war nicht regenfest und ich müsste ihn die restliche Reise mit mir rumschleppen.

Die Vernunft siegte und ich griff nach einer Regenjacke von Northface, schwarz, meine Größe, 15$ – gekauft. Nun fühlte ich mich schon etwas besser vorbereitet. Im Hostel angekommen lernte ich meine drei brasilianischen Roommates kennen, die scheinbar einen anstrengenden Tag hatten, weil sie schon halb im Bett lagen.

Ich fragte an der Rezeption nach, ob es Touren zum Vulkan gäbe und man gab mir die Auskunft eines anderen Hostels, dass sich um solche Angelegenheiten kümmere. Auf zum Mamallena – dort wurde mir von einem Shuttle um 23.30Uhr erzählt, der an selbigem Abend schon 10 Leute zum Fuße des Vulkans befördern würde. Ich entschied mich spontan mich den 10 anderen anzuschließen.

Im Supermarkt deckte ich mich mit Proviant ein und versuchte wie meine Roommates noch etwas Schlaf zu bekommen, was mir nicht gelingen sollte – was solls, wird schon werden, dachte ich mir.

23.30Uhr ging es also los – Wir waren allein sechs Personen von unserem Hostel, die drei Brasilianer (Leonardo, Lorenzo, Conrado), ein österreichisches Pärchen (Xandi & Flo) und ich. Wir kommen kurz vor 0Uhr am Fuß des Vulkans auf 2000m Höhe an – und los gehts.

Xandi und Flo haben ein sehr angenehmes Tempo und wir besteigen den Vulkan gemeinsam. Sie sind erfahren im Wandern und haben sogar Kopflampen mit. Zu Beginn des Aufstiegs kommen wir ganz gut ins Schwitzen und ab und an machen mir die Höhenmeter etwas zu schaffen.

Nach einer Weile bemerken wir, dass wir viel zu schnell sind und bei dem Motto schon gegen 4.30 oben auf dem Gipfel wortwörtlich den Hintern abfrieren werden. Wir verlangsamen unser Tempo also etwas und legen mehrere Pausen ein, die echt nicht schön waren, da man super schnell auskühlt. Kurz vor den letzten 1,5 Kilometern wechseln wir unsere durchgeschwitzten Sachen und stärken uns ein letztes Mal.

Der Sternenhimmel war einfach atemberaubend und die Luft ganz klar. All die Sternschnuppen, die wir gesehen haben und die Glühwürmchen, die den Weg säumten waren die Anstrengung wert. Der Weg ist auch eigentlich angenehm, zieht sich nur doch ganz schön und durch die Kälte wird es anstrengender.

Gegen 6Uhr geht so langsam die Sonne auf – Der Ausblick ist einfach IMG_4766atemberaubend und war jeden einzelnen der 14km und 1.400 Höhenmeter wert. Zu diesem Zeitpunkt war ich 24Stunden wach, meine Beine müde und meine Augen dunkelblau unterlegt, aber ich habe mich trotzdem unheimlich energiegeladen und euphorisch gefühlt. Zur Belohnung und zur Stärkung gibt es ein Snickers.

Xandi, Flo und ich steigen auch wieder gemeinsam ab. Der Abstieg ging ganz schön auf die Knie und zog sich gefühlt sehr in die Länge, obwohl wir schneller waren. Es war total verrückt auf einmal das ganze Umfeld auch sehen zu können, dass wir nachts mit mehr oder weniger Tunnelblick nach oben gegangen waren. Ich stellte mir nachts eine Steinwüste vor, doch das ganze Gegenteil war der Fall.

Der Weg war gesäumt mit Bäumen, Büschen, ganz viel grün und vielen Blüten in den unterschiedlichsten Farben.

Wieder im Tal angekommen legte sich unser ganzes Zimmer erst einmal zur Ruh. IMG_4788Gegen Nachmittag zwang ich mich aufzustehen, damit ich nachts schlafen könne und spazierte durch die Kleinstadt Boquete, sowie zu den angrenzenden Kaffeeplantagen.

Abends saßen wir in gemütlicher Runde zusammen und stellten fest, dass wir alle gemeinsam am nächsten Tag mit dem selben Shuttle nach Bocas fahren würden.

Bocas del Toro

In Bocas angekommen wurde es gleich viel wärmer. Hier brauchte ich meine neu erworbene Regenjacke wohl eher nicht. Mein Hostel lag außerhalb der Stadt in IMG_4802Strandnähe. Der Besitzer war sehr nett und begrüßte mich freundlich. Den Nachmittag brachte ich damit zu die Stadt zu erkunden und mich entspannt mit einem Buch in ein Café zu setzen.

Abends traf ich mich wieder mit meinen Brasilianern auf ein Bierchen. Die drei Jungs sind einfach super witzig zusammen. Sehr unterschiedlich, aber sie ergänzen sich ganz fabelhaft. Sie laden mich ein, sie den nächsten Tag zum Red Frog Beach auf der Insel Bastimentos zu begleiten.

Am nächsten Tag trafen wir uns also bei ihnen am Hostel und fuhren los nach IMG_4823Bastimentos. Der Red Frog Beach war gar nicht so überlaufen, wie ich gehört hatte und wir fanden ein sehr angenehmes Fleckchen. Leonardo, erbeutete uns eine Kokosnuss vom Baum und wir genossen es, nachdem Vulkanaufstieg einfach mal auf der faulen Haut zu liegen.

Abends war dann auch schon wieder Trubel – Wir nahmen an einer Pub crawl teil. Im Hostel lernte ich noch Gabriela aus Argentinien und Luke aus Australien kennen und sie kamen auch gleich mit. Xandi und Flo waren auch dabei und der Abend versprach sehr feucht fröhlich zu werden.

Am nächsten Morgen trafen wir uns in üblicher Runde, um zum Playa Estrella zu fahren. Soweit ging es allen recht gut, der Einzige der etwas durchhing war Conrado .Playa Estrella war sehr überfüllt und erinnert mit den Boxen, aus denen in voller Lautstärke Reggaeton dröhnte eher an Malle -. Wir blieben ein paar Stunden, haben ein paar Seesterne und ein Faultier gesehen, dafür hat es sich gelohnt.

Am 07.01. fuhren wir alle gemeinsam auf einen „Familienausflug“, der Bootsasuflug IMG_4845kostete 30$ und wir wurden zu erst zum Dolphin Bay gefahren, wo wir Delfine sehen konnten, die ab und an mal auftauchten. Mit uns waren noch 5 andere Boote vor Ort, was etwas anstrengend war.

Danach wurden wir zum Schnorcheln ausgesetzt. Die Unterwasserwelt war wunderschön und farbenfroh, mit ganz vielen verschiedenen Fischarten. Nach dem Schnorcheln ging es weiter auf die Isla Zapatilla, auf der es nichts gab, außer Kokospalmen und Sand. Wir sprangen in das kristallklare Wasser, um uns abzukühlen und suchten schnell Schatten, da die Sonne es doch sehr gut mit uns meinte.

Nachdem Essen hielten wir an einem letzten Ort zum Schnorcheln, der auch super schön war und gegen 18Uhr kamen wir wieder auf der Isla Colon in Bocastown an.

Unser letzter gemeinsamer Abend in unserer Familia panameña stand an. Wir ruhten uns etwas aus, machten uns schick und trafen uns wieder bei den Jungs im Hostel, um den Abschied gebührend zu feiern. Wir tanzten bis in die frühen Morgenstunden. Der Abschied fiel wirklich schwer, da es alle absolute Herzmenschen waren, durch die meine Panamareise ein absolutes Highlight wurde.

Am 08.01. fuhr ich dann mit dem Shuttle nach Puerto Viejo. Auf dem Weg begann es schon wie aus Eimern zu schütten, was ich aber nach 2 1/2 Wochen absoluten Sonnenscheins verkraften konnte. Das Wetter blieb die folgenden zwei Tage nass-grau und ich hatte Zeit mein Tagebuch mal wieder auf Vordermann zu bringen.

Am 10.01. kam ich dann wieder glücklich und zufrieden in San José an und freue mich jetzt auch wieder sehr auf Voces Nuestras. Alles in allem war es ein äußerst gelungener Urlaub, mit spannenden Erlebnissen, faszinierenden Orten und ganz wundervollen Menschen.

 

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